Myu's Traumwelt



Toll, dass du den Weg durch das weite Web zu mir gefunden hast.
Ich bin Myu und schreibe für mein Leben gerne Geschichten.
Hier kannst du meine gesammelten Werke der letzten Jahre lesen.
es werden noch die ein oder anderen Texte mit sicherheit dazu kommen.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen.

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Kira-Celina.Piczo

Wie der Mond seinen Weg hinter den Horizont kennt, kenne auch ich meinen vom Schicksal vorgeschriebenen Weg.
Durch den Wald, quer durch die kalte Vollmondnacht.
Ich komme an einen See mitten im Wald. Der Vollmond spiegelt sich auf der tiefschwarzen Fläche. Nichts bewegt sich. Der Wind steht. Nur hier und da – kurze Rufe von Käuzen.
Gebannt vom Anblick des Sees bleibe ich stehen. Ich bewege mich nicht. Es ist, als würde ich bewegt.
Eine übersinnliche Macht, die mich und jedes andere Wesen beherrscht.
Ich werde auf den Weg zu bewegt.
Das kalte Wasser benetzt meine nackten Füße. Immer weiter laufe ich auf den großen hellen Fleck in der Mitte des Sees zu.

Das Wasser, das in Tropfen von meinen Wangen läuft, zieht im See weite Kreise.
Unfreiwillig beobachte ich, wie die Kreise um die Stelle, an der meine Tränen das Wasser berührt haben, immer größer werden.
Ich werde immer weiter von dieser höheren Macht in den See gezogen.
Ich höre eine Stimme, doch sie klingt weit entfernt.
Ich achte nicht auf sie.

Geh nicht weiter!“, höre ich. Doch wer es auch ist, es interessiert mich nicht, was andere sagen.
Ich gehe meinen Weg zu Ende. Keiner wird mich hindern, denke ich.
Das Wasser berührt mein Kinn. Mein Nachthemd weitet sich. Ich halte es fest, damit es nicht meinen Körper entblößt.
Ich höre, dass etwas weit hinter mir ins Wasser gesprungen ist, doch ich gehe weiter.
Ich tauche unter. Ich will nicht mehr weiterleben, denke ich. Doch ich kann atmen. Wie kann das? Ist das das Schicksal? Ich schwebe, meine Beine von meinen Armen umklammert, wie ein ungeborenes Kind im Leib seiner Mutter.
Ich öffne meine verschlossenen Augen und blicke in das schmale Gesicht meiner besten Freundin. Ihre langen blonden Haare wehen in den Wogen des Wassers in alle Richtungen. Ihr Gesicht ist verschmiert, als hätte sie jämmerlich geweint.
Erst jetzt merke ich, dass ich nicht in das verweinte Gesicht meiner Freundin blicke, sondern in einen gigantischen Spiegel auf dem Meeresgrund, der mein eigenes Gesicht wiederspiegelt, das vom Schicksal in das meiner Freundin verwandelt worden ist.
Um mich herum ist alles tiefblau. Die Welt ist gänzlich anders, als alles, was ich kenne.
Ich fühle mich geborgen.
Plötzlich reißt mich jemand von hinten an die Wasseroberfläche, die mir in diesem Moment so wahnsinnig weit entfernt vorkommt.
Ich lasse mich von dieser Person an den Strand ziehen.

Was machst du nur für Sachen?“, fragt mich ein kleiner dunkelhäutiger Junge in silberner Rüstung und einem riesigen Schlüssel in der Hand.
Meine Kleidung und meine Haare sind knochentrocken, als wäre ich nie im See gewesen.

Naja, ist ja auch egal, mach das nicht wieder!“, schimpft Collins „Ich muss weiter, die böse Königin Linda besiegen.“
Er setzt sich in Bewegung und schwebt zum Schloss auf dem hohen Felsen, der halb den hellen Vollmond bedeckt.
Ich blicke auf die Seeoberfläche. Ich trage immer noch das Gesicht meiner besten Freundin. Ich hebe die Hand, um mir das verschmierte Make-up aus dem Gesicht zu wischen und bemerke, dass sich dieses Gesicht aus meinem eigenen wegwischen lässt.

Schweißgebadet wache ich aus diesem seltsamen Traum auf. Allmählich bekomme ich Angst.
Hastig stehe ich auf, ziehe mich an und nehme den nächsten Bus zu Melanie, meiner besten Freundin. Zu meiner Erleichterung geht es ihr gut.

Stell dir vor, Leila, Stella hat mich gerade angerufen und mir erzählt, dass Collins Linda verlassen hat!“, plaudert sie munter, noch bevor sie mich richtig begrüßt hat.
Völlig verwirrt schaue ich Melanie an. ,,Wie meinst du das? Ich verstehe jetzt gar nichts mehr!“

Heute Morgen hat Stella mich angerufen. Sie hat mir erzählt, dass Linda wohl ein ganz falsches Spielchen mit Collins gespielt hat. Ich weiß es nicht genau, sie hat wohl irgendwen versucht damit zu ärgern. Auf jeden Fall hat Collins das bemerkt und hat mit ihr Schluss gemacht. Stella meint, der sei wohl furchtbar wütend. Meine Güte, der wird ihr sicher noch das Leben schwer machen! Aber das Beste ist doch noch, dass Collins wieder solo ist!“
Ich muss weiter, die böse Königin Linda besiegen
.
Das meinte er damit…“, murmel ich.
Was sagst du?“, fragt Melanie.
Ach nichts. Ich habe letzte Nacht nur schlecht geträumt!“, antworte ich. „Was soll schon sein?“

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