Myu's Traumwelt



Toll, dass du den Weg durch das weite Web zu mir gefunden hast.
Ich bin Myu und schreibe für mein Leben gerne Geschichten.
Hier kannst du meine gesammelten Werke der letzten Jahre lesen.
es werden noch die ein oder anderen Texte mit sicherheit dazu kommen.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen.

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Kira-Celina.Piczo

Wenn ich ihm nochmal begegnen sollte, so wusste ich, würde ich ihn töten – sie beide!
Er hatte mir das angetan, was man keiner Frau antat, auch keiner Konoichi, einem weiblichen Shinobi. Es hieß zwar im Krieg und in der Liebe sei alles erlaubt. Doch eine Regel, und das müsste jeder wissen, der schon gekämpft oder geliebt hatte, gab es: Man darf den eigenen Leuten nicht schaden. In der Liebe dem Geliebten und im Krieg den eigenen Soldaten nicht.
Wir befanden uns im Krieg, im Zwei-Mann-Krieg, er gegen mich und ich gegen ihn.
Er wird es bereuen, sie mir vorgezogen zu haben,
dachte ich von Rache besessen.
Erst wenige Tage zuvor feierte unser Clan sein 200. traditionelles Straßenfest, bei dem sich Kinder und angehende Erwachsene maskierten und auf der Straße, bei großen Zügen Süßigkeiten sammelten.
In unserem Clan war es
das Fest überhaupt und dieses Jahr hatten wir sogar den Clan aus dem Nachbardorf eingeladen. Ein kleiner aber äußerst talentierter Clan, mit ganz besonderen Fähigkeiten. Nicht umsonst, nannte man sie die „Unberechenbaren“. Sie hatten die Fähigkeit jeden in ihren Bann zu ziehen und dazu zu bringen sich in ihn oder sie zu verlieben, damit machten sie ihre Gegner absolut kampfunfähig und teils auch zu willigen Sklaven. Oft war es eine lustige Angelegenheit dabei zuzusehen, wie ihre Gegenüber sich richtig lächerlich machten.
Es gab nur wenige, die gegen diesen Zauber resistent waren, aber ich gehörte dazu.
Der Beste von ihnen war Nik, Sohn des Clan-Oberhaupts und Clan-Erbe.
Ich hatte seid Jahr und Tag ein Verhältnis mit ihm. Ich war ihm verfallen und nicht seinem Zauber. Er war alles, was ich in meinem armseligen Leben noch „Glück“ nennen durfte.
Ich hatte schon früh meine Familie im Krieg verloren.
Er war das wofür ich immer gekämpft hatte, die Quelle meiner Kraft, immer weiter zu machen und jegliche Schmerzen zu ertragen. Mit seiner Kraft hatte ich schon so viele Shinobi durch den Krieg geführt. Dank ihm war ich das, was ich nun war – eine mächtige und einflussreiche Konoichi im Land meiner Väter.
Ein schwacher Schmerz durchzuckte mich, als ich an den Moment dachte, der mein Leben für immer verändern sollte.
Ich traf Nik bei unserem Straßenfest, wie er eine kleine junge Frau im Arm hielt.
Die Eifersucht brodelte in mir. Ich ging auf ihn zu, um ihn demonstrativ zur Begrüßung zu küssen und ihr zu zeigen, dass es meiner war, den sie da umarmte. Sie funkelte mich aus ihren dunklen Augen heraus an, die wie schwarze Diamanten unter diesen dichten Augenbrauen hervor stachen.
Ihre langen tief dunkel braunen Haare flogen mit der kalten Brise, die uns umgab.
Schon in diesem frühen Moment wusste ich, dass ich diese Hexe ewig hassen würde.
Ich hatte schon von ihr gehört. Sie gehörte zu Niks Clan und war dafür bekannt, dass sie ihre Fähigkeit dazu nutzte, ihren Spaß mit den Herren ihres Dorfes zu haben. Bei ihr bekam der Ausdruck Dorfmatratze seine ureigene Bedeutung zurück.
Instinktiv griff ich langsam zum Heft meines Katana. Doch bevor ich es erreichen konnte sagte Nik: „Liebste, darf ich dir meine Neue vorstellen?“ legte ihr den Arm um die Schulter und grinste mich neckend an. Skeptisch sah ich ihn an und spürte ihren ironischen Blick auf mir ruhen. Ich fragte mich, wie viel Wahrheit wohl in dieser Aussage steckte.

Am Abend erhielt ich einen Brief.
Ich saß in meiner Hütte am Dorfrand in Gesellschaft meiner beiden besten Kampfgefährtinnen. Sie lachten und tranken Sake, wie alle Shinobi zu dieser Zeit des Jahres.
Doch ich saß da und dachte über das Geschehene am Nachmittag nach.
Dieses Mädchen war keine Konoichi, sonst hätte sie schon längst unter meinen feindseligen Blicken zumindest ein Kunai oder ein einfaches Messer gezogen, selbst wenn sie sich mit Nik sicher gefühlt hat, der wusste dass ich ihn niemals angreifen würde. Sie war nichtmal eine einfache Prostituierte, sondern verführte diese vielen Männer auch ohne Bezahlung.
Plötzlich unterbrach ein junger Laufbursche des anderen Clans meine Überlegungen. „Herrin, ein Brief unseres ehrenwerten Erben Nik-sama. Es tut mir sehr Leid!“
Letzteres betonte er leise, aber mit ehrlichem Bedauern.
Mir war sofort klar, was drin stand auch ohne, dass ich den Brief lesen musste.
Du darfst gehen!“, entließ ich den Jungen seiner Pflichten.
Was steht drin Myu-san?“, lachte Yuki betrunken und krabbelte auf mich zu. Lachend stolperte Hana hinter ihrer Freundin her.
Ich hielt nie viel davon sich zu betrinken und so jegliche Aufmerksamkeit zu verlieren. Ich hatte den Drang immer kampfbereit zu sein.
Ich öffnete den Brief und las die Worte, die meine Gedanken bestätigten. Ich erkannte sofort die Handschrift des Mannes, den ich so sehr liebte:
Liebste Myu,
ich kann einfach nicht damit leben, zwei Frauen zu lieben, darum bitte ich dich um Verzeihung und entlasse dich deiner Bindung zu mir.
Ai ist nicht das, was du von ihr denkst, bitte glaub mir.
Lebe wohl
Nik“

Obwohl ich schon am Nachmittag damit gerechnet hatte, zerschlugen diese Worte mein Herz in Tausend Teile.
Am ganzen Leib zitternd verließ ich meine Hütte und trat in die sternenklare Nacht hinein.
Tränen liefen an meinem Gesicht herab und verbrannten in dieser Kälte meine Wangen.
In der Ferne hörte ich noch, wie die Menschen feierten oder stöhnend ihr Gelüste auslebten. Ich stellte mir vor, wie SIE unter IHM lag und solche Geräusche von sich gab.
Mir wurde schlecht bei dem Gedanken.
Voller Schmerz rannte ich in den Wald. Ich spürte das Metall meiner Waffen, die ich an meiner Haut unter der Kleidung versteckte. Ich wusste ich würde sie benutzen, wenn ich auf dieses Mädchen traf, das mir mein Leben gestohlen hatte.
Ich stellte mir vor, wie ich mit vielen Shuriken ihr rundliches Gesicht aufschlitzte, ihr nach und nach langsam Arme und Beine vom Körper schnitt und sie langsam auf dem Waldboden verrecken ließ oder ihr auf eine langsame qualvolle Art und Weise mit Gift das Leben aus ihren verruchten kleinen Schlampen-Körper zog.
Ich hasste sie und ich wünschte ihr den schrecklichsten Tod, den man sterben konnte.
Doch ich war machtlos, denn mein geliebter Nik liebte sie und würde sie vor mir beschützen. Er war stärker als ich, das wussten wir alle. Sowohl körperlich, als auch mental, er würde nicht davor zurückschrecken mich zu töten.
In seinem Clan wurde jedem von früh auf beigebracht, keine Skrupel zu haben auch geliebte Menschen zu töten, wenn es dazu hilft jemand anderen zu schützen. Und das Problem war auch noch, dass er mich nicht mehr liebte, sondern SIE!
Ich jedoch wurde viel zu sehr von meinen Gefühlen geleitet.
Ein Rascheln im Busch erregte plötzlich meine Aufmerksamkeit.
Hastig blieb ich stehen und hielt inne. Ich verlangsamte meinen Atem und meinen Herzschlag und nutze die Dunkelheit zur völligen Unsichtbarkeit.
Ich beobachtete meine Umgebung mit all meinen Sinnen. Ich hörte Schritte. Die eines Menschen. Sicher war es kein Shinobi, sonst hätte man die Schritte niemals so deutlich hören können. Oder derjenige wollte, dass man ihn hört.
Ich griff nach meinem Katana und schärfte meinen Blick doch ich sah nichts und niemanden, ich hörte nur kleine Äste und Laub, das unter den Schritten eines Mannes zerbrachen. Ich konnte in etwa einschätzen, dass es sich um einen schweren Mann handeln musste, aber ich konnte ihn nicht sehen.
Lass dein Schwert in der Scheide, junge Konoichi! Ich weiß, dass du Schmerzen leidest, aber musst du dann einen alten Mann angreifen?“ Die alte Männerstimme lachte freundlich.
Erschrocken ließ ich mein Katana in die Scheide zurückgleiten und fiel augenblicklich auf die Knie.
Herr, was verschafft mir die Ehre?“, fragte ich den Mann, als ich ihn als Kage, den obersten Herrn der Shinobi unseres Landes erkannte.
Weißt du, ich hab mich verlaufen, ich wollte dem Fest eures Dorfes beiwohnen“, sagte er beiläufig. „Vielleicht kannst du mir den Weg zeigen?“
Ich wagte nicht aufzublicken, trotz meiner Überraschung, dass ein so hohes Tier zu Fuß ging und sich auch noch verlief. Und woher wusste er von meinem Leid?
Tja, weißt du, auch ein Kage muss sich mal die Füße vertreten, ich kann mich ja nicht ewig tragen lassen, so alt bin auch nicht!“, lachte er und antwortete somit auf meine Gedanken.
Ich musste schmunzeln, als mir seine besondere Fähigkeit einfiel. Er konnte Gedanken lesen.
Myu-chan“, sagte er plötzlich ernst „du musst lernen, ihn zu hassen. Er hat dich hintergangen. Jetzt nutz deine Fähigkeiten, um Rache zu üben. Ein echter Shinobi kennt keine Moral nur seinen Bushido – seinen Weg des Kriegers. Und du bist eine fabelhafte Kriegerin. Du hast sehr viel zum Frieden unseres Landes beigetragen. Du bist unerlässlich für unser Land geworden, also komm wieder auf die Beine!“
Ich dachte einen Moment über seine Worte nach. Dieser Moment der Stille zog sich in die Länge. Ich sagte nichts.
Ach, da ist dein Dorf ja!“, lachte er wieder und setzte sich in Bewegung. „Ich danke Euch, Kage-O-Sama!“, rief ich ihm hinterher. Ich hockte noch in meiner Verbeugung, als er zur Antwort nur lachte.
Ich verstand, dieser Schmerz gehörte zu meinem Weg und meine nächste Aufgabe würde sein diesen lächerlichen Schmerz zu beseitigen.

Es war ein sonniger Tag. Ich nutzte ihn, um meine Techniken zu verfeinern und zu stärken, und mich so vielleicht auch ein bisschen von ihm abzulenken.
Ich trainierte gerade meine Wurftechniken mit Kunai und Shuriken, als ich plötzlich spürte wie sich mir jemand näherte. Ich drehte mich ruckartig um und richtete eines meiner Kunai direkt auf Niks Kehle.
Myu, nimm bitte, das Kunai runter.“
Ich starrte ihn an und machte keine Anstalten seiner Bitte folge zu leisten. Ich versuchte hart zu bleiben und hoffte, dass er wieder ging.
Bitte Myu, ich will mit dir reden.“
Wer sagt, dass ich mit dir reden will?“, fragte ich spöttisch. Mein Blick blieb hart.
Nik fegte meinen ausgestreckten Arm beiseite, nahm mich in den Arm und sagte leise: „Es tut mir Leid!“
Ein stechender Schmerz zog sich durch meine Brust und durchfuhr meinen ganzen Körper.
Ich konnte seine Berührung nicht ertragen und stieß ihn von mir.
Fass mich nicht an! Geh zu deiner kleinen Schlampe!“
Ich machte auf dem Absatz kehrt, nahm meine Waffen und ließ ihn dort zurück, ohne mich nochmal umzudrehen. Ich wollte nicht, dass er meine Tränen sah.
Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, dass er regungslos dort stehen blieb.
Ich beschleunigte meinen Schritt, um noch schneller von ihm weg zu kommen und lief direkt in die Ninja-Schule.
Ich sollte heute einen kleinen Vortrag über Kriegsführung halten und fragte mich, ob die Kleinen überhaupt verstanden, was es hieß ein Ninja oder gar ein Shinobi zu sein. Sie waren noch so jung und voller Eifer. Sie kannten den Schmerz und den Verlust eines gefallenen Mitkämpfers nicht. Woher auch? Es waren noch Kinder! Sie kannten weder den Kampf noch die Liebe zwischen zwei Menschen und diese beiden Dinge waren sich so unendlich ähnlich.
Ich beneidete diese kleinen Menschen, die diese Gefühle noch nicht kannten.
Mein Vortrag verlief ohne Probleme und die eifrigen Kinder hörten fasziniert zu.
Kämpfen Sie gerne, Myu-sensei?“, fragte ein Schüler.
Ich überlegte kurz bevor ich antwortete. „Ich kämpfe nur, wenn ich kämpfen muss. Jeder Kampf bedeutet auch den Tod für einen anderen und Schmerz für dessen Familie und Freunde.“
Betretenes Schweigen trat ein.
Aber als Shinobi hat man doch die Pflicht zu kämpfen!“
Ja, das stimmt. Befehl ist Befehl. Aber man sollte nicht für die eigenen Bedürfnisse töten, sondern nur zum Wohle aller“, pflichtete ich dem Jungen bei.
Ich bezog meine Antworten weniger auf den Kampf, den sie meinten, als auf den, den ich in diesem Moment bestritt. Ich musste einfach, diese Gefühle, die noch für Nik in mir schlummerten, beseitigen und diesen Mann für immer vergessen, sonst würde ich im Krieg nur abgelenkt sein und meine Kollegen oder die Mission gefährden.
Als ich meinen Vortrag beendet hatte, ging ich in die Sporthalle und sah den Anfängern beim Training zu.
Hier waren sie beim waffenlosen Nahkampf, genannt Tai, dort übten sie den Umgang mit Waffen, genannt Nin und in der hintersten Ecke übten sie den Kampf mit Täuschungen, Gen genannt.
Diese Künste, oder Jutsu, wie wir sie hier nannten, waren alte traditionelle Methoden der Ninja und Shinobi, die von alt zu jung weitergegeben wurden.
Einige Familien hatten auch noch ihre geheimen Techniken, wie der Clan von Nik.
Mist
, dachte ich, schon wieder denke ich an ihn.
Ich stand auf und verließ die Sporthalle wieder.

Die Tage vergingen, ohne dass ich ihn vergessen konnte. Tag für Tag musste ich an ihn denken. Mir fehlte seine Nähe, sein Geruch, seine Wärme und seine starken Arme, die mich festhielten und beschützten. Doch jetzt würden sie jemand anderes beschützen. Ai.
Ich machte wieder einen Spaziergang durch den Wald und dachte darüber nach, ob ich sie wirklich töten sollte. Ich liebte Nik immernoch und ich könnte es nicht ertragen ihn unglücklich zu machen. Also sollte ich dann Gnade vor Recht walten und sie leben lassen? Ich würde selber ewig leiden müssen. Wäre das eine gerechte Rache? Nur Helden sterben im Kampf. Das hätte sie nicht verdient. Doch andererseits ließ es mein Stolz nicht zu, meinen Nik bei ihr zu lassen, bei einer Dorfmatratze!
Einer dämlichen Hexe! Dieser hässlichen Kuh!
Wie als hätte ich sie gerufen, stand sie nun vor mir.
Mein Hass entflammte sich, ich verlor die Beherrschung und ich griff in meine Tasche zu meinen Wurfsternen.
Du willst mich töten, Konoichi?“, kicherte sie bösartig.
Plötzlich schaute sie mich mit dem gleichen Blick an, den auch die anderen aus ihrem Clan nutzen, um ihre Gegner zu bezirzen. Ich lachte höhnisch, denn diese Technik kannte ich nur zu gut.
Glaubst du, ich fall auf dich herein? Ich bin immun gegen eure Technik!“, schrie ich.
Erschrocken sah sie mich an. Ihre vorherige Zuversicht wandelte sich in panische Angst.
Ich habe Nik aus freien Stücken geliebt und du hast ihn mir weggenommen!“, sagte ich leise mit einer künstlich ruhigen Stimme.
Es verfehlte nicht seine Wirkung, sie fühlte sich bedroht – hatte Angst. Ich sah es in ihren Augen. Ich hatte schon so viele Menschen mit Angst gesehen und bei jedem einzelnen hatten sich alle Gefühle in ihren Augen gespiegelt. Ai wusste, dass sie jetzt sterben würde.
Es war eine Genugtuung sie so leiden zu sehen.
Völlig ironisch fragte ich sie: „Wie willst du jetzt dein Leben beendet haben? Auf die freundliche oder auf die qualvolle Art?“
Sie fiel auf die Knie und wimmerte: „Bitte!“
Halt!“, schrie jemand hinter mir. Ich drehte mich nicht um, denn ich wusste, wenn ich das täte, würde sie mir ein Messer in den Rücken rammen. Auf diesen alten Trick würde ich nicht hereinfallen.
Von hinten warf jemand mit einem Kunai nach mir. Mit schnellen Bewegungen wich ich aus und stand sofort hinter dem Mädchen, das noch immer wimmernd auf dem Boden lag und um Gnade winselte.
Als der Angreifer nun vor mir stand, erkannte ich Nik. Es hätte mir klar sein müssen, dass er kommt, um seine Geliebte zu retten.
Ich stand regungslos da und starrte ihn an, wie er auf Ai zuging und sie hochnahm. Noch mehr Hass brodelte in mir auf.
Merkst du nicht, wie sie mit dir spielt?!“, schrie ich, „Sie hat die gleiche Fähigkeit wie du! Du müsstest das doch merken!“ Er hörte mich nicht, sondern konzentrierte sich nur auf sie.
Blitzschnell, wie es nur ein erfahrener Shinobi sein konnte, riss ich die beiden ausseinander und drückte das Mädchen gegen den nächsten Baum. „Hey!“, schrie Nik erschrocken.
Ich hielt ihr ein Kunai mit der frisch geschärften Kante an die Kehle und sagte bedrohlich zu meinem geliebten Nik: „Komm näher und sie ist dran!“ Noch ehe ich ausgesprochen hatte, hielt auch er mir ein Wurfmesser an die Kehle. Er stand genau hinter mir.
Ich konnte seinen heißen Atem in meinem Nacken spüren und seine Klinge direkt auf meiner Haut.
Er legte seine Lippen an mein Ohr und hauchte: „Wenn du sie tötest, töte ich dich!“
Ich lachte verzweifelt, wenn er mich tötete, würde er mich von meinem Schmerz erlösen, wusste er denn nicht, dass es mir egal war, wenn er mich tötete?
Gut, dann töte mich doch, aber deine Liebste ist dann auch dahin!“, flüsterte ich ihm zu.
Ai liefen die Tränen über die Wangen. „Bitte, Nik, tu was!“, schluchzte sie.
Er reagierte nicht.
Das war meine Chance, in einer einzigen Bewegung schnitt ich ihr Kehle auf, drehte mich um und stach nach seiner klingenführenden Hand. Er wich nach hinten aus und warf mit seinem Kunai nach mir.
Damit hatte ich keine Probleme, ich wehrte das Messer mit meinem ab, warf meines nach ihm und zog mein Katana.
Wutentbrannt rannte ich mit gezücktem Schwert auf ihn zu. Ich kannte keine Gefühle mehr, ich unterdrückte sie alle. Doch in dem Moment als ich ihn in die Enge gezwungen hatte, fiel mir endlich auf, dass er die ganze Zeit nicht mit voller Kraft gekämpft hatte. Warum hielt er sich verdammt nochmal zurück? Ich hatte Ai getötet und er müsste doch wissen, dass ich auch ihn töten würde. War sein Leben aus Trauer um Ai nun für ihn vorbei?
Er lag dort unter mir, ich stand direkt über ihm mit der Schwertspitze auf sein Gesicht gerichtet.
Er starrte mich an. Ich starrte ihn an. „Na los, mach schon! Töte mich!“, forderte er.
Ich tat nichts. Ich starrte ihn weiter an.
Ach du hast 'nen Penis!“, lachte er. Damit hatte er mich immer geärgert.
Meine Gefühle kamen wieder hoch. Ich merkte, dass mir wieder Tränen über die Wangen liefen. Heiße salzige Tränen, die auf sein Gesicht tropften.
Jetzt heul nicht rum, sondern töte mich!“, schrie er.
Ich schloss die Augen und stieß mit dem Schwert unter lauten Geschrei zu.
Ich schluchzte, ich liebte Nik, ich würde ihn immer lieben.
Warum?“, jammerte ich und brach zusammen. „Warum hast du mich nicht mehr geliebt, was hab ich getan?“, weinte ich.
Ich habe dich noch geliebt, ich habe nie aufgehört dich zu lieben, Myu!“, antwortete Nik. Verwundert öffnete ich die Augen und sah, dass ich das Katana neben seinem Kopf in den Boden gerammt hatte.
Aber warum-“ Er legte mir einen Finger auf die Lippen. „Du hattest Recht, sie hat mich mit dieser Technik beeinflusst, um die Gattin des Clan-Erben zu werden, ziemlich banal, oder?“ Er grinste, fuhr aber sofort ernst fort: „Ich habe das erst verstanden, als sie schlafend neben mir lag, nachdem ich den Brief geschrieben hatte. Ich ging zu deiner Hütte, doch da sah ich, wie du verletzt in den Wald geflohen bist, damals als du den Brief bekommen hast. Ich wollte mich am Tag darauf bei dir entschuldigen, doch du hast mich weggeschickt. Verdammt ich liebe dich, Myu! Was kann ich tun damit du mir verzeihst?“ Er legte mir beide Hände auf die Schultern.
Ich sah ihn nicht an, sondern fragte nur: „Warum bist du bei ihr geblieben?“
Ich hatte sie gern und habe versucht mich mit ihr zu trösten, wenn ich dich schon nicht mehr haben konnte. DICH, die ich so sehr liebe!“, antwortete er nachdrücklich.
Wir standen auf und ich schlug ihm ins Gesicht. „Fester!“, befahl er. Doch ich sagte nur „Ich hasse dich“ und küsste ihn.

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